"Es kann auch ein Fluch sein, unsere Hunde so nah an uns zu lassen, denn nicht jedes Verhalten, welches er uns spiegelt, gefällt auch."

    - Silvia Baumann - 

Die Grundausbildung

Hundeerziehung

ist so viel mehr als Sitz und Platz, denn es gibt immer einen Grund, warum unser Hund nicht kommt, obwohl er doch genau weiß, was „Hier“ bedeutet. Neben dem Einüben der Grundkommandos gehen wir im Besonderen darauf ein, warum die Kommunikation nicht immer klappt und warum unser Hund unsere Bemühungen nicht respektiert. Ich beobachte das Mensch-Hund-Gespann sehr genau und bin fähig, schnell zu erkennen, an was eine gute Kommunikation gescheitert ist und bei guter, vertrauensvoller Mitarbeit kann dem sehr schnell Abhilfe geschaffen werden.

 

"Er folgt einfach nicht."

Die wünschenswerten Kommandos werden hier verständlich, konsequent, mit steigender Ablenkung eingeübt und vertieft.

Unser Hund lernt unsere Sprache und wir lernen seine. Optimalerweise treffen sich beide in der Mitte.

Mit dem Hund in einer festen Verbindung stehen mit Achtsamkeit, das ist das Ziel einer guten Teamarbeit von Mensch und Hund!

Oft wird der Hund von fremden Menschen angesprochen oder sogar gelockt, ungeachtet dessen, ob der Hund vielleicht unsicher oder krank ist, oder auf Grund des Lockens sogar versucht, die Straßenseite zu wechseln. Mein Hund bleibt bei mir oder "fragt", ob er sich entfernen darf. So kann ich sicher sein, dass ihm nichts passiert!


"Voran"? Was bedeutet das eigentlich? Diejenigen, die bereits Erfahrungen in der Hundeausbildung haben, kennen diesen Begriff. Voran bedeutet, mein Hund läuft geradeaus von mir weg auf etwas zu. Das kann alles Mögliche sein... Futter, Spielzeug, eben etwas, was der Hund haben möchte!

Und genau dann, wenn er kurz davor ist, das Objekt seiner Begierde zu bekommen, passiert Folgendes: Er bekommt ein Kommando! Und das ist eine der wichtigsten Übungen. Warum? Das sehen Sie im Film!


Die erste Bindung

zwischen einer Hündin und ihren Welpen entwickelt sich durch das Suchen nach Wärme, Schutz, Zuwendung und Futter. Diese Grundbedürfnisse sind anfangs essenziell. Indem wir als Mensch dafür Verantwortung tragen, schaffen wir den ersten Grundstock für Bindung.

 

Wie und wann braucht mein Hund, unabhängig vom Alter, Schutz? Wie viel Hilfe braucht er bei Schwierigkeiten? Wann helfe ich und bis zu welchem Punkt lasse ich ihn aus sich heraus Situationen erleben, die er ohne zu viel Stress selbst überwinden kann, um sein Wesen zu festigen und das Lernen erst möglich macht?

 

Die bestmögliche Einschätzung von Hundebesitzern/innen stärkt den Hund, fördert das Vertrauen zum „Leittier Mensch“. Unterstützendes Lernen und gegenseitiges Lesen der Körpersprachen und Emotionen von Mensch und Hund, Hund und Mensch und nicht zuletzt Mensch-Hund-Team und Umwelt sind entscheidend. Wobei eine immer häufiger vorkommende Vermenschlichung der Hundesignale fatale Folgen haben kann.

 

Die Evolution wird angetrieben durch Ursache und Wirkung, Sender und Empfänger, Aktion und Reaktion. Mangel und die Suche nach Erfüllung der Bedürfnisse sind der Motor der Entwicklung. 

Die Leitkuh einer Elefantengruppe erkennt rechtzeitig, wann absehbar ist, dass Wasser und oder Futter zur Neige geht und führt ihre Gruppe sicher zum nächsten Wasserloch. Anpassung fördert das Lernen und die dadurch entstehende Intelligenz und befähigt sie dazu („The survival oft the fittest“, C. Darwin). 

 

Auch unsere Hunde streben nach Intelligenz und Führung, sie lernen ständig. Sollte, aus der Sicht des Hundes, ein Mensch dazu nicht geeignet sein, ist es für das Überleben einer Gruppe oftmals nötig, selbst eine Führung anzustreben und durchzusetzen. Oder, oft rassebedingt, sich auch in sein Schicksal zu fügen, das Lernen einzustellen und sein „eigenes Ding“ zu machen, ohne seinen Besitzer miteinzubeziehen. Wozu arbeiten, wenn es Futter doch für alles gibt, ganz umsonst?

 

Wir arbeiten also als Erstes über Futter, welches mit fortschreitender Bindung, gefestigtem Verstehen, langsam abgebaut wird. Körpersprache und das Jackpot-System tragen die weitere Ausbildung von Mensch und Hund. Dabei gibt es grundsätzlich zu verstehen, dass jedwedes Lebewesen seine Bemühungen einstellt, wenn dauerhaft ein Erfolg ausbleibt. Es wird andere Wege finden, die zum Erfolg führen. Evolution bedeutet Anpassung. Wichtig ist, dass der Mensch ein individuelles Gefühl zur Erfolgsbelohnung für sein Tier erkennt, bei dem niemals der Spaß auf der Strecke bleiben sollte.

 

Je mehr ich zum fitten „Leittier“ für meinen Hund werde, desto mehr Vertrauen wird er mir entgegenbringen, es entsteht eine stabile Beziehung. Futterbelohnung wird zur Nebensache, Emotionen übernehmen, wenn der/die „Hundeführer/in“ diese bewusst und kontrolliert einzusetzen gelernt hat. Diesen Punkt treffen nicht alle Hundebesitzer/innen, es braucht Geduld und Reflexion, aber wenn, möchte man das in seinem Leben nie mehr missen.

 


 

Ein wichtiger Teil der Hundeausbildung ist es, den Hund auch auf Distanz kontrollieren zu können!

Immer wieder laufen Hunde beispielsweise einer Katze hinterher und bringen sich somit in Lebensgefahr! Meinen Hund dann ins Sitz oder Platz rufen zu können, ist elementar und kann ihm unter Umständen das Leben retten...somit eine wirklich wichtige Übung für alle, die in verschiedensten Variationen auch abwechslungsreich ist und Spaß macht.


 

 

 

Manchmal hat man nicht die Zeit oder die Möglichkeit für einen großen Spaziergang...und trotzdem gibt es Optionen, wie ich meinen Hund beschäftigen und bewegen kann...


 

 

Wir arbeiten im Wechsel von Trainingseinheiten in Theorie und Praxis mit Spielpausen für die Hunde und Kaffeepause für die Besitzer.